Malte Hinz erledigt Bad Hönningen

Kreisliga B Nord Westerwald/Wied VfL Oberlahr-Flammersfeld besiegt den Aufsteiger klar mit 4:0

Von unserem Mitarbeiter Jörg Linnig

Flammersfeld. Eiskalt deckte der VfL Oberlahr-Flammersfeld die derzeitigen Probleme des SSV Bad Hönningen in der Partie der Schlusslichter in der Fußball-Kreisliga B Nord Westerwald/Wied auf und beendete mit dem klaren 4:0 (3:0)-Erfolg auch gleich die eigene Torflaute auf eindrucksvolle Art und Weise. Maßgeblichen Anteil daran hatte Malte Hinz, der drei Treffer beisteuerte.

Müssten sich die Spieler des Aufsteigers SSV Bad Hönningen mit diesem Spiel bei einem neuen Arbeitgeber bewerben, stünde im Empfehlungsschreiben wahrscheinlich: „Sie waren bemüht.“ Auf dem Hartplatz an der Siebengebirgsstraße in Flammersfeld waren die Weichen schnell gestellt. In der zweiten Minute machte der SSV-Akteur Imad Habash gleich den Unterschied deutlich, den beide Mannschaften an diesem Tag trennte. Ein klasse Zuspiel köpfte er, mutterseelenallein gelassen, harmlos in die Arme von VfL-Torwart Leon Fiedler. Die Strafe für diese ausgelassene Möglichkeit folgte postwendend. Malte Hinz bedankte sich bei der Abwehr der Gäste für das Geleit und brachte seine Farben, zugegeben sehenswert, mit einem Tor ins lange obere Eck auf den richtigen Weg.

Die schnelle Führung brachte die Gäste vom Rhein nun erst richtig aus dem Rhythmus. Nutznießer war Timothy Hayward, der nach einem SSV-Ballverlust schnell umschaltete und auf 2:0 erhöhte (9.). Jetzt erst konnte der SSV-Trainer Thomas Christiansen seinen Sohn Dirk, der berufsbedingt verspätet zum Spiel kam, aufbieten. Der betätigte sich erst mal als Motivator und forderte die Bälle im Mittelfeld. Fast hätte das zum Anschlusstreffer geführt. Einen flott ausgeführten Einwurf nahm sich Pierre Bleck, zog ab, scheiterte aber an einer starken Reaktion von VfL-Schlussmann Fiedler (24.). Das war es dann aber auch vorerst für die Gäste. Oberlahr diktierte – dank seiner aggressiveren Zweikampfführung schon in der Offensive – nunmehr immer mehr das Geschehen und legte nach. Während die Bad Hönninger Defensive weiter Harakiri spielte, kam Malte Hinz erneut zum Schuss, der leicht abgefälscht zum 3:0 im Netz landete.

Auch nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte änderte sich nichts. Der VfL Oberlahr blieb Herr im eigenen Haus. „Wir haben uns einfach viel cleverer angestellt und daher auch in dieser Höhe verdient gewonnen“, meinte Oberlahrs Trainer Michael Pieta, der seit drei Jahren die Richtung beim VfL vorgibt.

Gerade noch hatte Hayward mit einem Gewaltschuss knapp das Ziel verfehlt (54.), da machte Malte Hinz seinen „Dreierpack“ voll. Einen Freistoß köpfte er zielsicher zum 4:0 ein (55.). Die schnörkellos spielende und weiter auf Fehler des Gegners wartende Heimelf blieb das bessere Team. Die etwas rustikaler werdende Schlussphase, die Schiedsrichter Karlfried Spahr aber jederzeit im Griff hatte, brachte hüben wie drüben noch ein paar Torchancen.

Der SSV-Coach Christiansen, der vor der Begegnung noch sehr optimistisch von seinem engagierten Team geschwärmt und die enorme Trainingsbeteiligung hervorgehoben hatte, schien nach dem Schlusspfiff arg frustriert: „Meine Jungs haben viel zu oft wie ein Hühnerhaufen gewirkt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es eine schwere Saison wird.“ Sein Gegenüber Pieta konnte schon wesentlich entspannter in die Zukunft blicken: „Ich freue mich für meine junge Mannschaft, die auch schon in den ersten Spielen gut mitgespielt hat. Jetzt ist der Knoten geplatzt.“

Der VfL Oberlahr-Flammersfeld (gelbe Trikots) ließ dem Aufsteiger SSV Bad Hönningen in seinem Heimspiel keine Chance. Malte Hinz (Nr. 10), der in dieser Szene nur Beobachter ist, steuerte drei der vier Tore zum 4:0-Erfolg der Gastgeber bei. Foto: Jörg Niebergall

RZ Kreis Neuwied vom Montag, 11. September 2017, Seite 15